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Foto: Hiroshi Seo

DFS Reiher III D-7033 mit Josef Kurz als Pilot am 22. Juli 2001

DFS Reiher III

Am 27. September 1997 hatte der Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe Rhön e.V. beschlossen, einen DFS Reiher III (1938) nachzubauen. Nach mehreren Grundüberholungen und dem Neubau von zwei Schulgleitern, dem DFS Habicht und dem Udet Flamingo war es das bisher anspruchsvollste Projekt des Vereins.

Von diesem Typ existierte kein Exemplar mehr, weder flugfähig noch als Museumsstück. Auch gab es keinen kompletten originalen Zeichnungssatz. So war eine wesentliche Voraussetzung für dieses Projekt, dass unser Mitglied Dipl. Ing. Siegfried Lorenz die Pläne in mehrjähriger Arbeit rekonstruiert hat. Die statischen Berechnungen wurden von Herrn Dr.-Ing. Bernhard Hinz von der Oskar-Ursinus-Vereinigung durchgeführt. Das Projekt hat unser Prüfer Hans Joachim Och während der gesamten Bauzeit, dem Belastungsversuch und Endabnahme begleitet.

Gefördert wurde dieses Projekt als "kulturhistorische Maßnahme im Biosphärenreservat Rhön" von der Europäischen Region (LEADER II). Auch der Flughafen Frankfurt beteiligte sich bei der Realisierung des Reiher-Projekts. Am 21. Oktober 2000, nach 3-jähriger Bauzeit und rund 5000 Arbeitsstunden, konnte Josef Kurz im Rahmen der Bodenerprobung den "1. Sprung" mit dem Reiher machen. Er bescheinigte dem Segelflugzeug gutmütige Flugeigenschaften. Am 29. April 2001 erhielt der Reiher den Namen unseres verstorbenen Ehrenmitgliedes "Karl Vey". Die Taufe wurde von seiner Witwe Anni Vey vorgenommen. Nach Erstellung des zweiten Gutachtens durch Dr.-Ing. Bernhard Hinz und die Erteilung der "vorläufigen Verkehrszulassung" durch das Luftfahrt-Bundesamt wurde 2001 mit der Flugerprobung auf der Wasserkuppe begonnen.

Den ersten Start am 21. Juni 2001 führte Josef Kurz aus. Insgesamt 13 Starts mit einer Gesamtflugzeit von 6 Stunden konnten von Josef Kurz und Werner Schleicher in diesem Jahr auf der Wasserkuppe gemacht werden.

Bis 2005 wurde der Reiher dann weitgehend auf Oldtimer Rallys des Vintage Glider Club (VGC) – Achmer 2002 und Eggersdorf 2005 – sowie auf Flugtagen – Hirzenhain, Reinheim und Hahnweide – fliegend vorgestellt.

Mit rund 43 Flugstunden bei 45 Starts in fünf Jahren ist das fliegerische Ergebnis eher bescheiden.

Die Gründe dafür liegen zum einen in der Struktur des OSC Wasserkuppe, der auf der Wasserkuppe nur wenige Piloten vor Ort hat, die dort regelmäßig fliegen und zum anderen direkt damit verbunden in der fehlenden Anzahl von Leuten, die das Segelflugzeug am Boden bewegen müssen.

Deshalb haben die Mitglieder des Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe beschlossen, die seit 2001 begonnene Erprobung des Segelflugzeugmusters DFS Reiher III nicht weiter zu betreiben und es an das "Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug" auf der Wasserkuppe abzugeben, wo er seit 2006 ausgestellt ist.

Im Gegenzug wurde dem OSC Wasserkuppe der DFS Habicht wieder überlassen.

Rüstgewicht 234  kg
Zuladung

96

 kg
Fluggewicht 330  kg
Spannweite

19,00

 m
Länge 7,76  m
Tragfläche 19,36  m2
Flächenbelastung 17,00  kg/m2
Höchstgeschwindigkeit 150  km/h
Gleitzahl 33  
 

Letzte Bearbeitung am 26. Oktober 2007