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5. September 2008 100 Jahre August Euler Flugplatz - Jubiläumsfeier am 30.+31. August 2008
"Luftspektakel mit alten Tanten" Vor 100 Jahre gründete der Flugpionier August Euler in Griesheim bei Darmstadt den ersten Flugplatz Deutschlands. Er konstruierte und baute dort Flugzeuge und bildete gleichzeitig Piloten aus. Weitere Bedeutung erlangte der Flugplatz, als 1933 aus Platzgründen der Sitz der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) von der Wasserkuppe nach Darmstadt verlegt wurde. Zu den bekanntesten Flugzeugmustern der DFS gehören Habicht, Rhönsperber, Reiher, Kranich, Weihe und die Olympia-Meise, die alle von Hans Jacobs entwickelt wurden. Der OSC Wasserkuppe hat die Einladung der TU Darmstadt zur Jubiläumsfeier sehr gerne angenommen. Die beiden teilnehmenden Oldtimer-Flugzeuge des OSC, der Doppeldecker Flamingo und der Rhönbussard, konnten nicht nur am Boden beguckt werden, sondern nahmen auch an den Flugvorführungen teil. Einen wesentlichen Beitrag zum großen Erfolg der Veranstaltung leistete sicherlich auch das Wetter, das nicht besser hätte sein können: Bei sommerlichen Temperaturen und blauem Himmel konnten über 100 Motor- und Segelflugzeuge - überwiegend Oldtimer - am Boden und in der Luft bestaunt werden. 16 000 Zuschauer schauten am Samstag auf dem Griesheimer Sand vorbei und am Sonntag waren es sogar 20 000.
Mikael Carlson besitzt gleich zwei Blériot XI und beide sind restaurierte Originalflugzeuge. Die Gnome Omega Umlaufmotoren stammen aus dem Jahr 1908! Ich hatte am Sonntag - dank "Backstage-Ausweis" - die Gelegenheit, beim Start dabei sein zu dürfen. Ein großer Zeitsprung von fast genau 100 Jahren zurück in die Vergangenheit: Am linken Fahrwerk stehen zwei Ölkännchen. Mikael checkt seine Maschine noch einmal gründlich durch, bevor die von außen zugänglichen beweglichen Teile an jedem der sieben Zylinder gründlich abgeschmiert werden. Dann erklimmt er das hoch liegende Cockpit. Das Anlassen des 50 PS Sternmotors erfolgt selbstverständlich von Hand und wenig später stellt sich ein Geruch ein, den ich bisher nur vom Modellfliegen kenne: Rizinusöl. Der Klang des Umlaufmotors ist ungewöhnlich. Die Grasflächen des Fluggeländes sind sehr uneben, weil unzählige Kaninchen umfangreiche "Bauarbeiten" vorgenommen haben. Nur ein kleines Stück westlich der Asphaltbahn kann beflogen werden. Mikael startet exakt gegen den Südwestwind. Nach erstaunlicher kurzer Startstrecke sind er und seine Zeitmaschine in der Luft und fliegen in Richtung Zuschauer. Dieser Flugapparat kann nicht so geflogen werden wie ein "modernes" Motorflugzeug der 30er Jahre. Mikael fliegt nicht hoch und nicht sehr schnell. Die im Geradeausflug gewonnene Höhe wird für das sichere Fliegen der Kurven wieder abgebaut. Man hat auch als erfahrener Segel-/Motorflieger zuweilen den Eindruck, dass das irgendwie "nicht so gut" aussieht, wie die Maschine da am Himmel hängt. Aber das täuscht - alles befindet sich satt im grünen Bereich. Die "Motoraussetzer" sind für den Eingeweihten kein Grund für eine Blutdruckerhöhung: Denn diese Motoren verfügen über keinen Gashebel. Es gibt nur ein "Zündung aus" oder "Zündung ein" - Digitaltechnik weit vor Prof. Zuse. Die Landung erfolgt ebenfalls genau gegen den Wind. Der Holzsporn durchpflügt einen Kaninchenbau, während das Hauptfahrwerk aufsetzt. Ich bin schwer begeistert von der Vorstellung!
Unsere OSC-Piloten Martin Wallmer (Flamingo) und Andreas Hofmann (Rhönbussard) fliegen - sowohl am Samstag als auch am Sonntag - im Verband mit zwei weiteren Schleppzügen (Grunau Baby und Kranich II). Zum Schluss eine Zusammenfassung aller fliegenden Höhepunkte der Jubiläumsfeier:
Jens-Christian Henke
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Letzte Bearbeitung am 14. September 2008 |
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