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29.+30.
September 2007
Per Gummiseil in die Lüfte
Das
älteste Segelfluggelände der Welt, die Wasserkuppe in der Rhön war am
vergangenen Wochenende das Ziel der beiden Manchinger Segelflugvereine.
19 Piloten, darunter fünf Frauen, der Messerschmitt Flugsportgruppe und der
Sportfluggruppe der WTD 61 hatten beim Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe OSC
die Gelegenheit, die Wurzeln ihrer Sportart kennen zu lernen.
Der Verein, der dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte, hat es sich
zur Aufgabe gemacht, alte Segelflugzeuge zu restaurieren oder originalgetreu
nachzubauen und auf dem Gelände zu fliegen, der der Ausgangspunkt für die
gesamte Segelflugbewegung ist.
Ein echter Oldtimer ist der Schulgleiter SG 38, wobei die Zahl 38 für das
Konstruktionsjahr 1938 steht. Der Pilot ist hier zwar angeschnallt, sitzt aber
komplett im Freien. Das Besondere an den Flügen der Manchinger Segelflieger war
außerdem die Startart. Wie zu den Anfängen der Segelfliegerei wird der SG 38 mit
einem Gummiseil in die Luft gebracht. "Das ist reine Muskelkraft. Deshalb haben
wir die beiden Manchinger Gruppen zusammengeworfen, um genügend zugkräftige
Teilnehmer zusammen zu bringen", erklärt Sabine Rieß, die Organisatorin des
Ausflugs.
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Foto: Sabine Rieß |
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Oldtimerfliegen auf der
Wasserkuppe: Der 16-jährige Clemens Staudinger von der Messerschmitt
Flugsportgruppe Manching startet als jüngster Teilnehmer mit dem SG
38. Am unteren Bildrand ist noch das fallende Gummiseil zu sehen. |
Wie anstrengend das ganze wirklich ist, war spätestens nach dem ersten Start
klar. Die OSC-Fluglehrer Wiel Zillen und Andreas Hofmann demonstrierten das
Prinzip des Gummiseils. In der Mitte an der Flugzeugschnauze eingehängt, liegt
das etwa drei Zentimeter dicke Seil v-förmig vor dem Gleiter aus.
An beiden Enden zieht die Startmannschaft im Laufschritt aus, während am Heck
die vierköpfige Haltemannschaft das Flugzeug an einer Leine festhält. Auf
Kommando wird der Segler hinten losgelassen und beschleunigt am gespannten
Gummiseil auf 60 bis 70 Stundenkilometer. "Das geht so fix, da kommt kein
Ferrari mit", erklärt Pilot Andreas Hofmann. Der Schulgleiter kann dann mit dem
gewonnen Schwung abheben und einige hundert Meter weit den Hang hinabfliegen.
Die Flüge in wenigen Metern Höhe dauern um die 20 Sekunden.
Nach der Landung gibt es Hilfe in Form eines Traktors, der den SG 38 wieder zum
Startplatz hinauf zieht, was etwa eine Viertelstunde dauert. Da das Wetter erst
ab Sonntag Mittag Flugbetrieb zuließ, konnte jeder Pilot aus der Manchinger
Gruppe nur zwei Flüge durchführen. Und letztlich bot die untergehende Sonne die
perfekte Szenerie für den letzten Flug des Tages, bei dem die erschöpften, aber
begeisterten Teilnehmer noch einmal alle Kräfte mobilisierten.
Sabine Rieß
[Artikel
im Donaukurier]
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